"If you are not
measuring you are only practicing"
Wer nicht misst, übt nur.
Die permanente
Messung des Erreichten und des zu Erreichenden ist in einer Welt der ständigen
Veränderung eine Grundvoraussetzung für die Steuerung eines Unternehmens. Der Schritt vom Industriezeitalter, mit Standards
und Massenproduktion, ins Informationszeitalter ist lange vollzogen. Jetzt
gilt es, weitere Schwerpunkte zu beachten, um erfolgreich zu bleiben:
- komplexes Umfeld
- permanenter Veränderungsprozess
- Individualisierung
- Wettbewerb
- Innovationen
- funktionsübergreifendes Arbeiten
- wissensschaffende Mitarbeiter
- intellektuelles Kapital
In vielen Unternehmen wurden in den vergangenen
Jahren Veränderungsprozesse gestartet. Die regelmäßige Messung dieser Veränderungen,
dass heißt der SOLL- / IST-Vergleich, ist eine Voraussetzung für eine ständige
Optimierung und Verbesserung der Unternehmenssteuerung und des Unternehmenserfolges.
Ein strategisches Managementsystem zur Unternehmenssteuerung ist die hier dargestellte BALANCED SCORECARD (BSC). Eine wichtige Aufgabe
dieses Instrumentes ist die Bekanntmachung von Vision, Zielen und Strategie
über alle Ebenen, Bereiche und Standorte.
In Abb.: 1 sind die von Kaplan/Norton definierten
vier Perspektiven schematisch dargestellt.

Abb.1: Die Balanced Scorecard;
Robert S. Kaplan/David P. Norton
Ziele der
Balanced Scorecard
Neben der Kommunikation der Unternehmensvision,
der Ziele und der Strategie dient die BALANCED SCORECARD mehreren parallelen
Ansprüchen:
- Messbarkeit der Strategie
- Klärung von Aufgabenschwerpunkten
- Transparenz über Leistungsbeziehungen
- Definition von Werttreibern und Leistungsindikatoren
- Zielgerichtete Ausrichtung der Organisation
- Erweiterung der finanziellen Steuerungsgrößen
um "non monetäre" Größen
- verbesserte Planungsqualität
- Verbesserung der Reaktionszeit
- Schaffung einer einheitlichen Wissensbasis
Modell der
Balanced Scorecard
Die BALANCED SCORECARD definiert Messgrößen
zur Zielsetzung und operationellen Beobachtung des Geschäftes. Dies wird durch
eine "Balance" der vier Perspektiven erreicht (s. Abb.1):
- Finanzielle Perspektive,
- Kundenperspektive,
- Perspektive auf interne Geschäftsprozesse
und
- Mitarbeiter-, Lern- und Wachstumsperspektive.
Kaplan/Norton nennen den strategischen Lernprozess
den innovativsten und wichtigsten Aspekt des Modells. Demnach wird die größte
Wirkung bei einer Veränderung in der gesamten Organisation erreicht. Der Ansatz
trägt der Tatsache Rechenschaft, dass es zur langfristigen erfolgreichen Steuerung
eines Unternehmens um mehr als nur finanzielle Stellhebel geht. Es bedarf
vielmehr der Verknüpfung der Ergebnis- und Leistungskennzahlen durch eine
Reihe von Ursache-Wirkungs-Beziehungen.
Ziel ist es, die Strategie mit dem Kennzahlensystem
auszudrücken;
Ergebniszahlen sind Spätindikatoren, Leistungstreiber
sind Frühindikatoren.
Dieses Verständnis bei allen Beteiligten zu
erreichen, ist nur mit einer aktiven und offenen Kommunikation möglich. Jeder
Einzelne muss den Grad seiner Mitverantwortung nachvollziehen können. Zur
Einführung der BALANCED SCORECARD müssen die Vision, die Ziele und die Strategie
mit der die Ziele erreicht werden sollen, festliegen.
Somit ist die BSC kein
Strategieersatz!
Es wäre auch vermessen anzunehmen, dass allein
mit dem Einsatz dieser Methode ein komplexes Unternehmen in all seinen Facetten
beherrschbar wäre. Vielmehr übernimmt sie eine Art "Cockpitfunktion" mittels
derer ausgewählte Steuerungsinstrumente laufend beobachtet werden. Kaplan/Norton
beschreiben dies wie folgt:
Stellen Sie sich vor, Sie kommen in das Cockpit
eines Flugzeuges und sehen nur ein Instrument, den Geschwindigkeitsmesser.
Wie würden Sie sich auf diesem Flug fühlen?
Glauben nicht auch Sie, daß es für den Piloten,
die Crew und die Passagiere besser wäre, auch einen Höhenmesser, eine Tankanzeige,
einen Öldruckmesser, etc. zu haben und im Auge zu behalten?
Und genau wie Piloten brauchen auch Manager
ein Instrumentarium um ihr Unternehmen sicher und erfolgreich zu steuern.
Verlässliche
Fakten statt Zahlenroulett
Die BALANCED SCORECARD ergänzt finanzielle
Kennzahlen vergangener Leistungen um die treibenden Faktoren zukünftiger Leistungen.
Die Ziele und Kennzahlen einer Scorecard - eines Berichtsbogens - werden von
der Vision und Strategie des Unternehmens abgeleitet.
Zur besseren Überschaubarkeit und Konzentration
wird die Unternehmensleistung aus vier Perspektiven betrachtet:
- Finanzielle Perspektive,
- Kundenperspektive,
- Perspektive auf interne Geschäftsprozesse
und
- Mitarbeiter-, Lern- und Wachstumsperspektive.
Damit erweitert die BALANCED SCORECARD die
Ziele einer Geschäftseinheit über die rein finanzielle Betrachtung hinaus.
Es werden kritische Wertschöpfungsaktivitäten erfasst, die durch qualifizierte
und motivierte Mitarbeiter erbracht werden sollen. Neben der kurzfristigen
finanziellen Sicht werden somit die Werttreiber für wertvolle, langfristige
und wettbewerbsfähige Leistungen aufgezeigt.
Werttreiber
Die einzelnen Kennzahlen innerhalb der vier
Perspektiven einer BALANCED SCORECARD sind Ergebnisgrößen/Resultate vorheriger
Ursache-Wirkungs-Beziehungen. Somit ist für jede Kennzahl ein sog. Werttreiberbaum
(s. Abb. 1) zu ermitteln und zu dokumentieren. Mit dieser Darstellung ist
messbar die Entstehung des Ergebnisses nachzuvollziehen und bei Bedarf zu
beeinflussen.

Abb.: 2 Wertreiberbaum einer
Finanziellen Kennzahl
Auf der letzten Ursachenstufe
finden sich auch die Schnittstellen zu den Faktoren einer wertorientierten
Unternehmensführung.
D. h., die Parameter mit denen
Wertgeneratoren (z. B. Absatz/Umsatz je Verkäufer/Kunde), Kernprozesse (z.
B. Fuhrparkmanagement), Werttreiber (z. B. Eroberungsquote) und kundenrelevante
Sachverhalte (z. B. Akquisitionspotential) abgebildet werden.
Das Vorgehen
Die Methode ist für Organisationseinheiten
sinnvoll, die ihr wirtschaftliches Ergebnis selbst verantworten und auch für
ihre Ziele eigenverantwortlich sind.
Zur Einführung empfiehlt sich
die Projektform. Der Projektleiter ist Teil des obersten Führungsteams des
Unternehmens. Zur Durchführung des Projektes werden u. a. folgende Schritte
durchgeführt:
- Berücksichtigung von Vorgaben/ übergeordnetem
Rahmen
- Einordnung der bisherigen Steuerungsinstrumente
und Kennzahlen
- Festlegung eigener unternehmens-spezifischer
Kennzahlen
- Abstimmung über neu zu generierende Kennzahlen
(z. B. Mitarbeitertreue, Arbeitsklima, o. ä.)
- Vereinbarung, welche Kennzahlen in die BALANCED
SCORECARD aufgenommen werden
- Festlegung der Kommunikationsmaßnahmen
Wie bei vielen komplexen Themen gilt auch für
die BALANCED SCORECARD:
"Weniger ist manchmal mehr!"
Langfristig empfiehlt es sich das Instrument
mit entsprechenden IT-Tools zu automatisieren und regelmäßig anzuwenden (min.
1 x monatlich).
Für weitere Informationen oder Beratungen stehen
wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
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